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Dienstag, 15. November 2016

Kaikoura (before the Earthquake & Tsunamis destroyed it)

 

Na, schöner Highway was? Den gibt es nur aktuell einfach nicht mehr. Paar Stunden nachdem ich die Bilder gemacht habe, wurde Kaikoura + alle umliegenden Straßen von 'nem Erdbeben der Stärke 7,9 sowie darauffolgenden Tsunamis ordentlich auseinandergenommen. Nicht vorzustellen, was mit Anna und mir passiert wäre wenn wir uns gesagt hätten "Hey, sieht süß aus hier! Lass uns über Nacht bleiben und am Strand in unserem Cucumber pennen.'' Ich hab immernoch nicht ganz realisiert, dass der Ort wo ich noch schön ein Nickerchen am Strand im Van gemacht habe, total zerstört ist. Unser Hostelbesitzer ist bei einer Erste-Hilfe-Organisation tätig und hat uns erzählt, wie es vor Ort gerade aussieht. Leute müssen ausgeflogen werden und kommen in ein Flüchtlingscamp in Christchurch, mehrere Menschen sind tot, die gesamte Stadt ist zerstört und es wird vermutet das die Wiederaufbauarbeiten ganze 10 Jahre dauern werden. Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, dass es einfach nicht in meinen Kopf will, wie knapp wir da an diesem Unglück vorbeigeschrammt sind. Heißt allerdings auch nicht, dass es für uns hier in Blenheim (nicht allzu weit weg und auch in der Gefahrenzone für Tsunamis) mit über 870 Nachbeben langweilig geworden ist...

Mitten in der Nacht fing aufeinmal mein Doppelstockbett (wo ich praktischerweise auch noch oben schlafe) ziemlich an zu wackeln, erst dachte ich ''Ja, ok wieder der Güterzug, wie jede Nacht.'' Das Haus hier ist eben alt und fängt schon an zu wackeln, wenn nur ein LKW vorbeifährt. Als dann aber das Wackeln immer heftiger und mehr zu einem Schütteln und ich fast aus dem Bett geschmissen wurde, hatte ich dann nur noch das Wort ''EARTHQUAKE'' im Kopf und hab einfach gebrüllt ''GET ON THE FUCKING GROUND!" Wir stürzten uns alle auf den Boden, Sofia aus Singapur schrie vor Angst und auf dem Flur draußen flogen die Türen auf und wir hörten nur ein "Everybody goes outside! RIGHT NOW" Wir griffen schnell nach unseren Jacken und rannten (so gut es denn geht, wenn alles wackelt und die Lichter ausfallen) nach draußen wo sich bereits alle versammelt hatten. Da standen wir dann und beobachteten wie gesamt Grovetown (2km außerhalb von Blenheim) in Autos springt und Richtung Blenheim abhaut. Anna und ich haben dann beschlossen lieber im Auto zuschlafen, haben unsere Sachen schnell geholt und alles in Cucumber verstaut (währenddessen sind scheinbar unsere Hostelmitbewohner schon allesamt Richtung Hills abgehauen, wegen einer Tsunamiwarnung von der wir bis dahin noch gar nichts wussten). Wir haben uns ins Bett gelegt, bis wir in den News von den Tsunamiwarnungen gehört haben, wo auch Blenheim als Gefahrenzone genannt worden ist und Damien (der Hostelbesitzer) vor unserem Auto stand und uns geraten hat, dass auch wir lieber auf die Hills flüchten sollten, da Grovetown alleine schon bei einem 2m-Tsunami geliefert wäre. Wir kletterten also aus'm Bett und fuhren nach Blenheim rein und dort auf eine höhergelegene Straße dicht an den Hills, so wie es vom Civil Defence NZ empfohlen worden ist und warteten dort mit der gefühlt gesamten Bevölkerung Blenheims auf neue Informationen. Die sahen dann folgendermaßen aus: 3-5m-Tsunamis wurden angekündigt, Kaikoura wurde von dem ersten 2,5m-Tsunami getroffen usw. Ihr könnt euch vorstellen, dass uns das Schlafen schwergefallen ist und wir recht gut beschäftigt damit waren Freunde und Familie zu Hause zu beruhigen. Ich glaube letztendlich sind wir um halb 6 Uhr morgens in unserem Bett im Van gewesen. Glücklicherweise hat uns ''nur'' das Erdbeben getroffen und kein Tsunami also stand Hostel und co. noch, yay!

Während der gesamten Zeit wurden wir immer wieder mal bisschen durchgeschüttelt von mehr oder weniger starken Beben (das Stärkste nach dem ganz großen Beben schaffte es auf 6,2!) und als ich angefangen habe vor ca. einer Stunde diesen Post zu schreiben gab es wieder eins mit der Stärke 5,8. Aber uns geht es soweit gut, zwar sind wir alle ein wenig geschockt (logisch oder?) und gucken bei jedem Nachbeben nur direkt an die Decke und warten drauf, dass diese sich auf unsere Kopfhöhe bewegt haha aber an sich ist alles im Lot. Ich wünsche mir nur, dass die Leute, den es schlechter ergangen ist als uns, alles an Hilfe und Beistand bekommen, den sie gerade benötigen.

Kommentare:

Eva hat gesagt…

Das ist soooo krass! Als ich gehört hab, dass in Neuseeland Erdbeben waren, musste ich gleich an dich denken! Schön, dass es dir gut geht und ihr solches Glück hattet, das hätte echt anders ausgehen können :O
War auch sehr spannend zu lesen. Ich kann mir aber immer noch nicht vorstellen, wie es ist, ein Erdbeben selbst zu erleben.

Ando hat gesagt…

Gut dass es dir gut geht!
Das ist wirklich schrecklich was passiert ist, aber es ist einfach eine Naturgewalt, da muss man einfach genauso handeln wie du es schilderst. Finde das wirklich interessant so etwas aus erster Hand zu lesen. Auch wenn es natürlich schrecklich ist und ich niemand wünsche, dass man es erleben muss.

Und weil ich es trotzdem erwähnen muss: Die BIlder lösen gerade richtig Fernweh aus!

Liebe Grüße Anni von http://hydrogenperoxid.net

Vanessa hat gesagt…

zum glück geht es euch gut & musste auch sofort an dich denken.
Hey, übernächste Woche komm ich auch in NZ an :)

Stefani Kutz hat gesagt…

Ich bin echt froh das es euch gut geht passt Bitte gut auf euch auf. Ich bin erleichtert von euch zu hören . Wann kommt ihr wieder zurück nach Deutschland

Hannah hat gesagt…

Immer wieder unglaublich wie stark die Natur doch ist.
Zum Glück geht es dir gut.
Die Bilder sind so schön geworden, wie schade, dass niemand diese Straße jetzt mehr so sehen wird.

Alles Liebe und eine schöne Weiterreise,
Hannah

Nathalie S. hat gesagt…

wundervolle Bilder und traurig zugleich.
gut, dass es euch gut geht! :-)
Hier in Wellington haben wir es auch ziemlich stark gespürt.